Sent from Hauptstadt!

ein Blog für den geneigten Leser

Dell ist komisch

Tags:

Kategorie Rest | 2 Kommentare »

Manchmal staune ich doch, wie Firmen sich um Kunden bemühen. Wenn man ein fehlerhaftes Produkt erhält würde man doch erwarten, dass eine Firma versucht, den Kunden zu halten, indem sie das Produkt austauscht. Falsch gedacht, zumindest bei Dell…

Ich hatte vor einigen Tagen bei Dell einen XPS Laptop M1530 bestellt. Dieser traf dann heute auch nach erstaunlich kurzer Lieferzeit (9 Tage) ein. Und dies trotz angeblicher Lieferschwierigkeiten laut Dell Homepage. Auf der ersten Blick macht der Laptop einen sehr edlen Eindruck. So besteht die Auflagefläche vor der Tastatur zum Beispiel aus gezogenem Aluminium. Coole Sache, denkt man sich. Dumm nur, dass diese Aluminiumfläche unter Strom steht. Dieser Leckstrom geht erst weg, wenn man sowohl Netzkabel als auch LAN-Stecker entfernt, aber selbst dann bilde ich mir ein, noch einen ganz leichten Strom zu spüren. Einzig wenn der Laptop ausgeschalten ist, gibt es kein Kitzeln unter der Fingerspitze mehr.

Nun habe ich natürlich erst mal im Internet gestöbert und da liest man, dass das Problem auf Netzteile ohne Nullleiter zurückzuführen ist. Da ich allerdings bereits ein Netzteil mit Nullleiter habe, kann es daran nicht liegen. Deshalb blieb mir nichts weiter übrig, als den Dell Support anzurufen. Es gibt sogar eine extra Nummer für XPS Geräte. Wer aber nun erwartet, dass da auch sofort jemand rangeht, der kann sich erst mal die Ansage alternativer Rufnummern für andere Geräte anhören und danach noch 5 Minuten in der Warteschlange warten. Nun sind 5 Minuten nicht ewig, aber trotzdem schlecht für ein Unternehmen, das lediglich auf Direktvertrieb setzt. Dell kann also ruhig noch ein paar Mitarbeiter in seinem Support Bereich z.B. in Halle einstellen. Würde auch die Menschen in Halle freuen…

Der technische Kundendienst konnte mir dann aber auch erst mal nicht helfen. Auch wurde mir gesagt, dass man das wahrscheinlich nicht reparieren kann, sondern ein komplett neues Gerät her müsse. Da der technische Kundendienst aber keinen Umtausch organisieren kann, wurde ich zum normalen Kundendienst verbunden. Nach weiteren 5 Minuten Warteschleife begrüßte mich dann eine Frau mit osteuropäischen Akzent. Der war mir aber fast noch lieber als der österreichische Akzent des Mitarbeits zuvor.

Die Mitarbeiterin fackelte nicht lange. Einen Umtausch gibt es nicht. Ich kann das Gerät gerne zurück geben und sie würde mich dann anschließend wieder mit dem Vertrieb verbinden, wenn ich wollte. Der Laptop wird nun am Donnerstag wieder abgeholt, zum Vertrieb habe ich mich aber erst mal nicht verbinden lassen. Muss mal schauen, ob es da vielleicht nicht noch andere Anbieter gibt, die einen nicht unter Strom setzen. Hat jemand eine Idee für ein alternatives System mit vergleichbarer Ausstattung wie ein Dell XPS M1530 und auch für einen ähnlichen Preis (um die 900 Euronen)?

2 Kommentare to “Dell ist komisch”

  1. Jan sagt:

    Hi,
    ich habe ebenfalls ein XPS M1530 und spüre ebenfalls den Strom auf der Aluminium Fläche.
    Da ich auch gerne das Geld zurück haben möchte würde es mich interessieren wie das bei dir abgelaufen ist.

    Mit freundlichen Grüßen
    Jan Bouaraba

  2. Sebastian sagt:

    Hallo Jan,

    eigentlich wollte ich das Thema verdrängen, aber du zwingst mich ja jetzt förmlich dazu es wieder zu diskutieren. Also, ich habe den Laptop beim ersten Mal ohne Problem zurück gegeben. Der Kauf wurde rückgängig gemacht und ich bekam mein Geld wieder.

    Dann kaufte ich den gleichen Laptop nochmal, da mir bestätigt wurde, dass es sich um eine Ausnahme und keinen allgemeinen Fehler handeln müsste. Das neue Gerät hatte natürlich genau den gleichen Fehler. Immer, wenn das Gerät an eine Steckdose ohne Nullleiter angeschlossen ist, ist ein Strom zu spüren. Der technische Service konnte sich das immer noch nicht erklären und bat mich, das Gerät auf Dells Kosten an ein spezielles Testlabor (ich vermute in Halle) zu schicken. Dort überprüften sie es einige Tage und riefen mich dann an, dass sie den Fehler nicht nachvollziehen konnten. Dell sieht es laut diesem Testlabor nicht als Fehler an, dass das Gehäuse unter Strom steht, wenn man den Laptop an einer Steckdose ohne Nullleiter dran hat. Ich bekam den Laptop zurück und rief den Kundenservice an, damit ich den Kauf rückgängig machen könnte. Mir wurde aber eine Rückgabe verweigert, da inzwischen die gesetzliche Widerrufsfrist von 15 Tagen abgelaufen war. Mein Hinweis, dass sich das Gerät die längste Zeit dieser 15 Tage bei Dell im Testlabor befand, wurde ignoriert. Ich habe mich dann noch schriftliche beschwert, aber es ist nichts passiert. Dann habe ich beschlossen das Thema zu ignorieren und habe das Gerät immer noch. Wahrscheinlich müsste man sich einen Anwalt nehmen oder ein Gutachten erstellen lassen, aber dazu habe ich keine Kraft mehr. Für mich heisst das einfach nur, dass ich in Zukunft keine Dell Produkte mehr kaufen werde.

Schreiben sie ein Kommentar