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CfP: Workshop für Requirements Engineering und Business Process Management (BPM)

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Im Rahmen von Geschäftsprozessmanagement (BPM) Projekten werden häufig Anforderungen an zukünftige IT Lösungen erarbeitet. Auf der anderen Seite ist es im Anforderungsmanagement (Requirements Engineering) üblich die Geschäftsabläufe zu modellieren, damit eine neue Software den Nutzeranforderungen entspricht. Alle Interessierten sind zum 1. Workshop über die Parallelen beider Gebiete herzlich eingeladen. Hier ein paar Details…

Die GI Software Engineering Konferenz ist die primäre deutsche Konferenz für Veröffentlichungen im Bereich Software Engineering. Sie findet nächstes Jahr in Kaiserslautern statt. Im Rahmen dieser Konferenz organisiere ich zusammen mit Mitstreitern z.B. von der Uni Hannover und dem Fraunhofer IESE Institut in Kaiserslautern einen kleinen Workshop, in dem die Ähnlichkeiten und Unterschiede von Geschäftsprozessmanagement und Anforderungsmanagement diskutiert werden sollen. Inzwischen gibt es auch schon eine Homepage für den damit geschaffenen “1. Workshop für Requirements Engineering und Business Process Management” (REBPM09) und natürlich auch einen klassischen Call for Papers. Worum soll es gehen?

Das Anforderungsmanagement (Neudeutsch: Requirements Engineering) beschäftigt sich mit der Sammlung und Verwaltung von Anforderungen. Im Bereich Software Engineering geht es natürlich primär um Anforderungen an eine zu entwickelnde oder zu erweiternde Software. Allerdings lehrt uns die Systemtheorie, dass man eine Software nicht losgelöst von ihrer Umgebung betrachten kann, sondern dass es sich immer um ein soziotechnisches System handelt. Deshalb muss man auch die Arbeitsprozesse, in denen die Software später eingesetzt werden soll, verstehen, um eine gute Lösung entwerfen und entwickeln zu können. Deshalb wurde in den letzten 20 Jahren sehr umfangreich an Methoden und Vorgehensweisen für das Anforderungsmanagement geforscht. Bekanntlich gibt es dabei sehr unterschiedliche Herangehensweisen, etwa das stark strukturierte Vorgehen V-Modell XT oder das auf starke Nutzereinbeziehung angewiesene Extreme Programming.

Heute werden viele (kritische) Geschäftsprozesse mit Software unterstützt oder sogar vollständig automatisiert. Deshalb beschäftigt sich das ganzheitliche Geschäftsprozessmanagement nicht nur mit der Dokumentation und Optimierung der eigentlichen Geschäftsprozesse, sondern es werden aus den dabei gewonnen Modellen auch Anforderungen an Software abgeleitet. Im Rahmen einer serviceorientierten Architektur (SOA) wird zum Beispiel vorgeschlagen, dass jede Funktion eines Geschäftsprozess durch einen (Web) Service unterstützt wird. Dadurch wird der gesamte Geschäftsprozess automatisiert. Unbeantwortet bleibt allerdings die Frage, wie man nun passende Services findet oder Anforderungen an diese dokumentiert.

Es ist unschwer zu erkennen, dass beide Gebiete sich mit ähnlichen Fragestellungen beschäftigen. Leider findet bis heute kaum ein Austausch zwischen beiden Fachgebieten statt. So habe ich erst auf einer BPM Konferenz in diesem Frühjahr ein Paper gesehen, dass das Rad des Anforderungsmanagenent neu erfand. Theoretisch hätte man das Paper gar nicht annehmen dürfen, da das Präsentierte für Forscher im Bereich Requirements Engineering bereits ein alter Hut ist. Auf der anderen Seite gibt es immer wieder Arbeiten im Bereich Requirements Engineering, die neue Methoden zur Modellierungen von Prozessen erfinden, obwohl es im Bereich BPM wahrlich genug gute Notationen gibt.

Ziel des Workshop ist es also für eine Annäherung von Vertretern der beiden Gebiete zu sorgen. Wir erhoffen uns, dass möglichst viele Autoren über ihre Disziplin reflektieren und so aufzeigen, wo sich beide Gebiete sinnvoll verknüpfen lassen. Dabei erwarten wir weniger vollständige Analysen als vielmehr Denkanstöße in mögliche Richtungen.

Die Einreichungsfrist ist relativ kurz. Beiträge müssen per Email bis zum 13. Dezember an die auf der Homepage genannte Emailadresse geschickt werden. Allerdings erwarten wir auch keine extrem langen Beiträge, denn erlaubt sind zwischen 4-8 Seiten im LNI Format. Und wer schon mal ein Paper im LNI Format geschrieben hat weiß, dass das nicht viel ist. Die Beiträge werden übrigens in einem gemeinsamen Band aller Workshops im Rahmen der GI SE2009 veröffentlicht.

Wer meinen Ausbildungsweg kennt weiß, dass ich mich für solche eine Interdisziplinarität begeistern kann. Ich habe ja sowohl einen Abschluss in Software Engineering (dazu gehört Requirements Engineering) als auch in Wirtschaftsinformatik (dazu gehört Geschäftsprozessmanagement) und würde mich deshalb um so mehr über eine rege Teilnahme freuen. Tatsächlich wollte ich ursprünglich in meiner Diplomarbeit dieses Gebiet bearbeiten, hatte mich dann aber kurzfristig für ein anderes Thema entschieden. Ich bin auf alle Fälle gespannt, was für Beiträge eingereicht werden!

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Ein Kommentar to “CfP: Workshop für Requirements Engineering und Business Process Management (BPM)”

  1. [...] über die ganze Woche. So waren am Montag und Dienstag Workshops wie der von mir mitorganisierte Workshop über Requirements Engineering und BPM. Gestern, am Mittwoch, war der Industrietag. Im Gegensatz zu der von mir als letztes besuchten SE [...]

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