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zerstörte brennende Stadt (mit KI generiert)

Lasst die Welt brennen!

Am in Rest | 5 Kommentare »

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Morgen ist wieder Silvester. Wie jedes Jahr wird es Tote und Verletzte geben. Wie jedes Jahr wird seit ein paar Wochen über ein Böllerverbot diskutiert. Nach Silvester wird die Diskussion auf böse Jugendliche mit Migrationshintergrund umschwenken und dass man da doch mal hart durchgreifen oder abschieben müsse. Und wenn auch diese alljährliche Diskussion durch ist, werden wir nochmal irgendwann über den Sinn eines Tempolimits diskutieren…

Tja, und dann wird im Jahr 2026 wirklich noch die Welt brennen. Die Leute wollen es so. Sie werden die AfD wählen, einfach so. Nicht, weil sie alle rechtsradikal sind, sondern weil sie die Welt satt haben. Sie wollen sie brennen sehen. Und dabei ist es ihnen egal, ob das alles eigentlich gegen ihre eigenen Interessen ist. Die Vernunft ist endgültig besiegt. In einer Massenhysterie zerstört sich die Gesellschaft selbst und erfreut sich an ihrem eigenen Untergang. Der Nihilismus hat gesiegt.

Prost Neujahr!

5 Kommentare to “Lasst die Welt brennen!”

  1. Matin sagt:

    Ich habe natürlich keine demoskopische Untersuchung durchgeführt und so kann es natürlich so sein, wie du sagst.

    Ich denke aber, dass die meisten Wähler der AfD keine brennende Welt möchte, sondern eher ein friedliches und ruhiges Leben in mindestens bescheidenen Wohlenstand und dabei auch ein Gefühl von Sicherheit haben wollen, dass sich daran auch nichts durch Schicksalsschläge (Arbeitslosigkeit, Krankheit, Alter) ändert.

    Wie gesagt, ist das eine Vermutung von mir, die ich nicht überprüft habe. Ich gehe aber Mal im weiteren von ihr aus, und ich denke, diese Einstellung dürften auch die meisten Nicht-AfD Wähler teilen:

    Ein stressfreies Leben ohne unerwünschte Veränderungen.

    Meine Definition von guter Politik ist schon seit Jahren nicht mehr, dass sie Wunder vollbringen und das Paradies auf Erden erschaffen soll. Wenn das dabei abfällt: schön!

    Gute Politik liegt für mich dann vor, wenn es gelingt, zu verhindern, dass sich die Menschen gegenseitig die Schädel einschlagen. Und daraus abgeleitet: Gute Politik muss versuchen, das Stresslevel in einer Gesellschaft niedrig zu halten.

    Mein persönlicher Eindruck ist jedoch, dass dies in den letzten Jahren nicht ganz gelungen ist und die Nachrichten zu Beginn dieses Jahres scheinen auch nicht weniger Stress für 2026 zu versprechen.

    So gesehen finde ich es eigentlich noch ganz positiv, dass sich dieser Stress noch prozesskonform in Wahlen ausdrückt und nicht in gewaltsamen Aufständen.

    Da die AfD den Zustand jedoch nicht verbessern wird (und die anderen Parteien scheinbar auch nicht), ist das vielleicht nur ein Zeitgewinn.

  2. Matin sagt:

    Mein Kommentar hat zumindest mich gestresst, als ich halb vier heute Nacht wach wurde und immer wieder darüber nachdenken musste. :-) Er verdeutlicht meinen Punkt noch nicht. Da fehlt ein wichiger Baustein, den ich noch ausführen muss.

  3. Sebastian sagt:

    Aus eigener Beobachtung und den wenigen Gesprächen mit bekennenden AfD Wählern: Sie handeln absolut irrational und nicht im Sinne ihrer eigenen Interessen.

    Grundlage ist eine große Frust verursacht durch Politikversagen. Bis zu diesem Punkt gehe ich mit ihnen auch mit: Was die Regierungen in den letzten Jahren geleistet haben, egal ob auf Landes- oder Bundesebene, ist absolut unterirdisch.

    Warum man dann aber auf die Idee kommt, eine rassistische Partei, deren Repräsentanten häufig verurteilte Betrüger sind, zu wählen, ist mir schleierhaft. Und warum man glaubt als kleiner Mann eine neoliberale Partei wählen zu müssen, verstehe ich auch nicht.

    Exemplarisch: Ein AfD Wähler, mit dem ich am Vorabend der letzten Bundestagswahl gesprochen habe, war nach Aussage ein Linker, der zur Miete wohnt. Ich habe ihn gefragt, warum er als Linker Faschisten wählt und warum er eine Partei wählt, die Mieterrechte abbauen will? Er hatte keine Argumente, war sich sogar dieser Punkte bewusst. Handelt man aber bei vollem Gewissen gegen seine eigenen Interessen und Werte, ist man irrational. Gefühlt war seine Motivation die Macht es allen zeigen zu können. Für diesen emotionalen Trumpf war er bereit, seine eigene Welt abzubrennen.

  4. Matin sagt:

    Ich kann natürlich nicht für diesen AfD-Wähler argumentieren, da ich ihn nicht kenne. Aber ein Mensch hat ja nicht nur ein Interesse, sondern mehrere, die er auch noch unterschiedlich gewichtet.Und das schreibst Du ja auch selbst, dass er das Interesse hat „es allen zeigen zu können“. Diese kurzfristige Befriedigung scheint er dann halt einfach höher zu gewichten, als den langfristigen ökonomischen Schaden.

    Rationalität, verstanden als eine emotionsloses Denken, eignet sich eigentlich nicht sehr gut, um menschliches Verhalten zu beschreiben. Das wurde und wird ja auch der Neoklassik immer wieder vorgeworfen.

    Ich glaube sogar, dass gerade Wahlentscheidungen zum Großteil emotional getroffen werden und nicht durch die Analyse und den Vergleich von Wahlprogrammen.

    Dieser emotionale Aspekte hilft viel eher, die Ergebnisse der AfD zu verstehen. Ich glaube (null empirische Evidenz), dass die meisten AfD-Wähler die anderen Parten und Politiker einfach nicht leiden können, ja vielleicht sogar regelrecht hassen.

    Ich vermute, dass sie sich von den anderen Parteien nicht vertreten fühlen. Sie fühlen sich von diesen Parteien und Politikern verraten, ignoriert, nicht gesehen, verletzt, ja selbst gehasst. Sie haben richtiggehend Angst vor diesen Parteien und Politikern und glauben, sie wollen ihnen schaden.

    Das sind sehr starke Gefühle.

    Aus der Sicht eines solchen AfD-Wählers, mag die AfD ja eine schlechte Partei sein, die ihren z.B. ökonomischen Interessen schadet, ABER: Die anderen Parteien sind noch viel schlimmer!

    Und genau deswegen wird die Strategie, zeigen zu wollen, dass die AfD eine schlechte, böse, faschistische oder was auch immer Partei ist, keinen Erfolg haben; weil aus der Sicht dieser Wähler all das ja auch auf die anderen Parteien zutrifft – nur noch schlimmer!

    Statt sich also auf die AfD zu konzentrieren (und die immer wieder in die Medien zu bringen) und zu versuchen, deren Image zu schaden, sollten die anderen Parteien viel mehr an ihren eigenen Image arbeiten und zeigen, dass sie nicht die Bösen sind, dass sie nicht einzelnen Gruppen von Menschen negativ gegenüber eingestellt sind und diesen schaden wollen.

    Leider versagen sie dabei, meinem Eindruck nach, völlig.

  5. Sebastian sagt:

    Impulskontrolle ist eine Fähigkeit, die schon Kindern lernen. Wer im Erwachsenenalter immer noch seinen Impulsen nachgibt, statt sein Gehirn zu benutzen, muss sich nicht wundern, wenn er hinterher dümmer dasteht. Leider werden viele es auch hinterher nicht erkennen und eine AfD wird dann auch in der Regierung weiter alle anderen verantwortlich machen, nur nicht ihre eigene Unfähigkeit.

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